Königseifer packt Dominik Blömer

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Die Johannesschützen hatten den Adler schon gut zwei Stunden gelöchert, als es an der Vogelstange für die zahlreichen Zuschauer noch einmal richtig spannend wurde. Pater Joy brachte mit seinem zweiten Schuss den Vogel mächtig zum Wackeln. Bei Dominik Blömer fiel er dann bis auf ein Rumpfstück herunter. Josef Zumbusch nahm genau Maß, aber das restliche Holzstück splitterte nur. Drei junge Schützen hatte jetzt der „Königseifer“ gepackt. Letztlich war es der 24-jährige Dominik Blömer, der um 17.29 Uhr mit dem 192. Schuss die letzten Reste des Vogels von der Stange holte. Die Schützenbrüder ließen ihren neuen König, seit vielen Jahren wieder ein Junggeselle, hochleben und feierten ihn.
Begonnen hatte das Schützenfest mittags mit dem Antreten auf dem Marktplatz. In Reih und Glied standen bei Kaiserwetter 161 Schützenbrüder Gewehr bei Fuß und Oberst Markus Dertwinkel rief ihnen zu: „Wir brauchen gutes Wetter, ein kühles Bier und einen neuen König.“ Damit spielte er auf die schwierige letztjährige Königssuche an. Begleitet von Pauken und Trompeten der Feuerwehrkapelle und des Spielmannszugs Grinkenschmidt zogen die Schützen Richtung Pfarrhaus. Pater Joy wartete hier in Vertretung von Pfarrer Dr. Josef Wieneke und reihte sich, wie später Bürgermeister Jochen Paus am Rathaus, in den Festzug ein. Nächste Station war das Ehrenmal, wo der Erste Vorsitzende Josef Winter mit nachdenklichen Worten an die Abkehr von Gewalt und die Notwenigkeit von Frieden appellierte.
An der Vogelstange wurde der von Karl-Bernhard Post gefertigte Adler montiert und hochgezogen. Nach zögerlichem Beginn übernahmen die Johannes-Veteranen, ein Stammtisch ehemaliger Ehrenschützen, die Initiative und lockerten den Vogel ganz erheblich. Aber letztlich hatten die Junggesellen mit Dominik Blömer an der Spitze das bessere Zielwasser.
Nachdem der junge König sich vom ersten Schrecken erholt und zu Hause die notwendigen Vorbereitungen getroffen hatte, wartete auf dem Festplatz Appelhof die Proklamation. Zur Königin wählte er seine Freundin Nadia Reuter. Ehrendamen sind Melanie Winter und Gabriele Tamme. Josef Winter überreichte der neuen Majestät unter dem Jubel der Schützenbrüder die Königskette von seinem Vorgänger Andreas Hesener. Neue Scheffer wurden Maria und Heinz Mühlenkamp und lösten damit Marlies und Alfons Hölscher ab. Zu Ehren der neuen Majestäten führten die kleinen Jo-Jus ihren Fahnenschlag vor.
Mit viel Beifall ging es hernach durch ein Spalier von Schützenbrüdern zum Festball in das Festzelt.
Vorstandsmitglied Norbert Katzer war die Erleichterung über den bisherigen gelungenen Verlauf des Schützenfestes anzumerken und in dem bunten Treiben mit Volksfeststimmung meinte er: „Wenn es uns gelingt, die Geselligkeit untereinander und den generationsübergreifenden Kontakt mit einem Schützenfest zu fördern, kann man das in der heutigen Zeit nicht hoch genug einstufen.“
Quelle: Westfälische Nachrichten

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